Das Bild zeigt die Kläranlage in Borken, man sieht Wasserbecken. Im Hintergrund sind Bäume.

Aufbau eines durch die Nutzung von Abwasserwärme gespeisten kalten Nahwärmenetzes zur Versorgung öffentlicher Liegenschaften

Innovative Wärmeversorgung für Borken

Die Stadt Borken, die Stadtwerke Borken und der Kreis Borken realisieren gemeinsam das Verbundvorhaben „Aufbau eines durch die Nutzung von Abwasserwärme gespeisten kalten Nahwärmenetzes zur Versorgung öffentlicher Liegenschaften“ (im folgenden: Wärme aus Abwasser"). Ziel des Projektes ist es, bislang ungenutzte Wärmeenergie aus gereinigtem Abwasser für die Wärmeversorgung öffentlicher Gebäude nutzbar zu machen.

Hierzu soll ein kaltes Nahwärmenetz aufgebaut werden, das öffentliche Liegenschaften künftig mit Wärme aus Abwasser versorgt. Das Vorhaben unterstützt die Weiterentwicklung der kommunalen Wärmeversorgung und erweitert die Nutzung verschiedener Wärmequellen im Stadtgebiet.

Projektinformationen

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

Projektpartner

Das Verbundprojekt wird gemeinsam umgesetzt von:

Der Weg zu einer zukunftsfähigen Wärmeversorgung

Mit dem Aufbau eines durch die Nutzung von Abwasserwärme gespeisten kalten Nahwärmenetzes verfolgen die Stadt, der Kreis und die Stadtwerke das Ziel, die Wärmeversorgung der Kläranlage der Stadt Borken, des Borkener Kreishauses, der Jodocus Nünning Gesamtschule und der Zentralen Einrichtungen der Stadt Borken noch unabhängiger vom Einsatz fossiler Brennstoffe und externer Energielieferungen aufzustellen. Ziel ist eine möglichst vollständige Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Das kommunale Klimaschutz-Modellprojekt soll als Verbundvorhaben realisiert werden und den Treibhausgasausstoß vor Ort wesentlich reduzieren.

Konkret sind folgende Einzelmaßnahmen angedacht: 

  • Bau eines Abwasserwärmetauschers auf der Kläranlage
  • Bau eines kalten Nahwärmenetzes
  • Grundhafte Erneuerung der Wärmeversorgung in den öffentlichen Liegenschaften (Installation von Wärmepumpen mit Pufferspeichern etc.).

Angedacht ist es, die im gereinigten Abwasser enthaltene Wärmeenergie zu nutzen und über ein kaltes Nahwärmenetz zu den Wärmeverbrauchenden zu verteilen. Durch den Einsatz moderner Großwärmepumpen wird diese Energie vor Ort für die Wärmeversorgung nutzbar gemacht. Das Projekt erweitert folglich die Wärmeversorgung vor Ort um eine zusätzliche Wärmequelle.

Das Projekt „Wärme aus Abwasser“ wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Die Förderung unterstützt investive kommunale Klimaschutz-Modellprojekte mit bundesweitem Vorbildcharakter (Förderkennzeichen: 67KSM0134A/B/C). 

Für die Umsetzung des Verbundvorhabens ist ein Zeitraum von insgesamt 48 Monaten vorgesehen. Der Abschluss der Planungsphase ist bis Sommer 2028 geplant. Anschließend erfolgt die bauliche Umsetzung sowie die schrittweise Inbetriebnahme der neuen Wärmeinfrastruktur.

So funktioniert das Projekt

Damit die bislang ungenutzte Wärmeenergie aus gereinigtem Abwasser künftig für die Wärmeversorgung nutzbar gemacht werden kann, werden mehrere technische Komponenten miteinander verbunden. Herzstück des Projektes ist die Kombination aus Abwasserwärmetauscher, kaltem Nahwärmenetz und modernen Großwärmepumpen.

Im Folgenden werden die einzelnen Bestandteile des Projektes und ihre Funktionsweise näher vorgestellt.

Logo der Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) und Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI)